Beaujolais: Was Ihre Kunden noch nicht wissen

Der Beaujolais litt lange Zeit unter einem allzu simplen Image. Der Beaujolais Nouveau hat seinen Zweck erfüllt – allerdings nicht unbedingt den richtigen. Das Ergebnis: Eine Region mit 14.500 Hektar, die als erste in Frankreich zum UNESCO-Geopark erklärt wurde, wird in den Köpfen vieler Menschen auf eine Flasche Primeur reduziert, die im November allzu schnell getrunken wird.

Für einen Fachmann, der eine Weinkarte lesen kann, ist das eine Chance. Der Beaujolais wird auf Restaurantkarten und in unabhängigen Weinkellern unterschätzt. Gäste, die ihn wirklich entdecken, sind oft überrascht. Und Überraschung – ob im Service oder im Weinkeller – verkauft sich gut.

Ein Terroir von seltener Komplexität

Über 300 verschiedene Bodenarten in einem einzigen Weinbaugebiet. Diese Zahl fasst die Komplexität des Beaujolais besser zusammen als alles andere. Im Norden bringen die Granit- und Schieferböden der Crus strukturierte, lagerfähige Weine hervor. Im Süden sorgen die Lehm- und Kalkböden der regionalen Appellationen für geschmeidigere, direktere und zugänglichere Weine.

Was das konkret für Ihre Auswahl bedeutet: Der Beaujolais ist keine Appellation, sondern eine Region. Zwei Flaschen aus derselben Region können je nach Winzer, Lage und Jahrgang völlig unterschiedliche Geschmacksprofile aufweisen.

Die 10 Weine: eine Auswahl, die es zu entdecken gilt

Das Interessanteste, was das Beaujolais Fachleuten zu bieten hat, findet sich in seinen 10 Crus. Dabei handelt es sich um kommunale Appellationen, von denen jede ihre eigene Identität hat und die Ihre Kunden oft noch nicht kennen.

Der Morgon ist vielleicht der gastronomischste unter ihnen. Er ist vollmundig, strukturiert und verfügt über ein Alterungspotenzial, das nur wenige mit dem Gamay in Verbindung bringen. Er passt hervorragend zu Fleischgerichten mit Soße, Wild und gereiftem Käse. Ein fünf Jahre alter Morgon kann einen Gast, der fest davon überzeugt ist, nur Burgunder zu trinken, angenehm überraschen.

Moulin-à-Vent wird oft als der kraftvollste Cru bezeichnet. Die besten Jahrgänge entwickeln mit der Zeit fast burgundische Noten. Dies ist ein Beaujolais, den man im Weinkeller lagern und auf der Weinkarte als Entdeckung anbieten sollte.

Fleurie ist der zugänglichste Wein im Sortiment. Blumig, elegant, ohne jede Schärfe. Er passt zu einer Vielzahl von Speisen und überzeugt auch zögerliche Gäste mühelos.

Chiroubles ist ein leichter und aromatischer Wein aus den Höhenlagen, der sich hervorragend für Vorspeisen, Terrinen und Wurstwaren eignet.

Juliénas, Saint-Amour, Chénas, Régnié, Brouilly und Côtes de Brouilly runden das Angebot ab, jeder mit seinen eigenen Nuancen. Sie alle verdienen es, bekannt zu sein, doch nur wenige sind es bisher.

Gamay – eine Rebsorte, die von sich erzählt

Der Gamay ist die einzige Rebsorte des Beaujolais. Als rote Rebsorte mit weißem Saft ergibt er Weine mit lebhafter Farbe und Aromen von frischen roten Beeren, deren Säure sie besonders gut zu Speisen macht.

Was Ihre Kunden interessiert: Der Gamay ist eine Rebsorte, die sich auf vielfältige Weise verarbeiten lässt. Manche Winzer stellen leichte, trinkfreudige Weine her. Andere hingegen gewinnen durch die Arbeit auf der Parzelle, durch lange Weinbereitungszeiten oder sorgfältige Reifung charaktervolle Weine, die mehrere Jahre lang gelagert werden können. Die Angabe „Lieu-dit“ auf dem Etikett ist oft ein Hinweis auf die Arbeit auf Parzellenebene, auf einen Winzer, der seiner Cuvée eine ganz bestimmte Identität verleihen wollte.

Was sich dadurch konkret für Ihre Auswahl ändert

Der Beaujolais bietet Fachleuten mehrere praktische Vorteile.

Die Preise bleiben moderat, auch bei den Spitzenweinen. Sie können einen Morgon oder einen Moulin-à-Vent zu einem Preis anbieten, den Ihre Kunden im Vergleich zu einem Burgunder vergleichbarer Qualität als Schnäppchen empfinden werden.

Der Umschlag ist gut. Die meisten Cuvées sind bereits bei ihrer Markteinführung erhältlich, was das Risiko von Lagerbindungen begrenzt.

Und diese Differenzierung ist durchaus real. Nur wenige Weinkarten bieten Beaujolais-Weine an, die über eine allgemeine Bezeichnung hinausgehen. Einen Chiroubles neben einem Fleurie anzubieten und dabei kurz auf das jeweilige Terroir einzugehen, ist eine einfache Möglichkeit zu zeigen, dass Ihre Auswahl sorgfältig zusammengestellt wurde.

Die Winzer aus dem Beaujolais bei Les Grappes Pro

Wir arbeiten mit Winzerbetrieben zusammen, die über das gesamte Weinbaugebiet verteilt sind – von regionalen Appellationen bis hin zu den begehrtesten Crus. Jede Sorte ist als Einzelflasche erhältlich und kann ab einer Menge von 36 Flaschen gemischt bestellt werden. Dazu erhalten Sie Produktdatenblätter, die Sie Ihrem Servicepersonal oder für Ihre Verkaufsunterlagen zur Verfügung stellen können.

Entdecken Sie unsere Auswahl an Beaujolais-Weinen

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