Export von französischem Wein in die USA
Der US-Markt bietet hervorragende Möglichkeiten für den Export von französischem Wein. Konsumgewohnheiten, Vorschriften, Steuern: Les Grappes informiert Sie darüber, wie Sie Wein in die USA exportieren können.
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Der US-Markt: Kennzahlen und Trends
Die USA, das Land mit dem weltweit höchsten Weinkonsum
Seit 2013 sind die Vereinigten Staaten gemessen am Wert der weltweit größte Abnehmer von Wein und Spirituosen. Dennoch sind die Amerikaner keine großen Weinkonsumenten: nur 12,3 Liter pro Kopf und Jahr – weit entfernt von den 34 Litern der Franzosen zum Beispiel.
In den Vereinigten Staaten finden vor allem Stillweine, insbesondere Weißweine, ihre Liebhaber. Die lokale Produktion spielt dabei eine große Rolle: 74 % der konsumierten Weine stammen aus amerikanischen Weinbaugebieten, wobei allein auf den Bundesstaat Kalifornien mehr als 83,5 % der nationalen Produktion entfallen. Aber auch ausländische Weine, insbesondere französische, sind auf dem Markt stark vertreten.
Französischer Wein in den USA
Der US-amerikanische Markt ist ein wichtiger Absatzmarkt für französische Weine: Die USA sind der größte Importeur und machten im Jahr 2024 wertmäßig 24 % der Weinexporte aus. Und der Trend ist steigend: Im Jahr 2024 beliefen sich die französischen Weinexporte in die Vereinigten Staaten auf 3,81 Milliarden Euro, gegenüber 2,1 Milliarden im Jahr 2022 und 1,4 Milliarden im Jahr 2020 während der Gesundheitskrise.
Frankreich bleibt gemessen am Wert der größte Lieferant der Vereinigten Staaten. Zwischen 2021 und 2023 gingen die Einfuhren französischer Weine jedoch mengenmäßig um mehr als 58 % und wertmäßig um 33,5 % zurück, was auf die Lagerabbau-Maßnahmen der amerikanischen Händler nach der Covid-Krise zurückzuführen ist.
Als Liebhaber von Spitzenweinen trinken die Amerikaner viel Stillwein und finden ihr Glück in den großen Rotweinen aus Bordeaux oder dem Burgund. Besonders stark ist die Nachfrage in Kalifornien, Texas, Florida und Illinois. Schaumweine und Stillweine in Großgebinden belegen den zweiten und dritten Platz unter den importierten Weinprodukten.
Weinexport in die USA: Was Sie wissen müssen
Die Rechtslage und die Handelsstruktur in den USA sind komplex. Dies stellt oft ein Hindernis für alle dar, die Wein in den Vereinigten Staaten verkaufen möchten. Bevor man sich auf den Markt begibt, ist es wichtig, dessen Funktionsweise zu kennen.
Das Drei-Drittel-System
Der Weinvertrieb in den Vereinigten Staaten unterliegt dem „Three-Tier-System“, dem „Dreistufensystem“. Dieses dreistufige System bedeutet, dass für den Verkauf von Wein an den amerikanischen Endverbraucher drei Zwischenhändler eingeschaltet werden müssen.
Der erste ist der Importeur. Er kauft den Wein beim ausländischen Erzeuger. Er muss über eine spezielle, in den gesamten Vereinigten Staaten gültige Lizenz verfügen, die es ihm erlaubt, seine Produkte an einen Händler (oder Großhändler) zu verkaufen.
Dies ist der zweite Zwischenhändler. Dieser Händler verfügt in der Regel über bundesstaatsspezifische Lizenzen, die es ihm ermöglichen, die Weine an Einzelhändler oder an das Gastgewerbe (Cafés, Hotels, Restaurants) weiterzuverkaufen.
Letztere sind die dritte Zwischenstufe, bevor der Endverbraucher den Wein kaufen kann. Er wird ihn anschließend „on-premise“, also vor Ort (in Bars, Restaurants usw.), oder „off-premise“, also zum Mitnehmen bei einem Weinhändler oder in einem Supermarkt, konsumieren.
Dieses System der drei Zwischenhändler erklärt zum Teil, warum französischer Wein in den USA oft teuer ist.
Die US-Zölle auf französischen Wein
Sobald man dieses System verstanden hat, ist es wichtig zu wissen, welche Steuern und Gebühren für eine Flasche Wein anfallen, die von Frankreich in die Vereinigten Staaten exportiert wird.
Wie alle alkoholischen Getränke unterliegt auch Wein Steuern wie der Mehrwertsteuer oder der Verbrauchsteuer. Dabei ist zu beachten, dass die Zölle auf eine Flasche Wein in der Regel recht gering sind und in den Vereinigten Staaten niedriger ausfallen als in der Europäischen Union. Für Wein in Großgebinden gelten in den USA hingegen höhere Zölle als in der EU.
Ebenfalls wissenswert: Die Frage der US-Zuschläge bleibt ein wichtiger Spannungsfaktor für die Branche. Die erste „Trump-Steuer“, die im Oktober 2019 eingeführt wurde, sah einen Zuschlag von 25 % auf europäische Stillweine mit einem Alkoholgehalt von weniger als 14 % vol. und in Gebinden von weniger als 2 Litern vor. Sie wurde 2021 ausgesetzt und hatte zuvor zu einem Rückgang der französischen Weinexporte in die USA um 40 % sowie zu einem geschätzten Verlust von 500 Millionen Euro für die Branche geführt.
Seit Donald Trumps Rückkehr ins Weiße Haus ist das Geschäftsklima wieder unsicher.
Derzeit gilt ein Zollsatz von 15 % auf europäische Weine und Spirituosen. Gleichzeitig hat Trump im Rahmen der allgemeinen Handelsspannungen zwischen den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union mehrfach mit einer Steuer von bis zu 200 % auf französische Weine und Champagner gedroht. Bislang wurde diese Maßnahme noch nicht umgesetzt, doch die Unsicherheit belastet die französischen Exporteure und hat bereits zu einer Verlangsamung bestimmter Lieferungen geführt.
Die praktischen Schritte zum Versand Ihrer ersten Bestellung
Jeder Winzer, der französischen Wein in den USA verkaufen möchte, muss bestimmte Schritte befolgen:
- Sich bei der US-Behörde (der FDA, der US-amerikanischen Food and Drug Administration, der für Lebensmittel und Arzneimittel zuständigen Behörde) registrieren lassen, um in den Vereinigten Staaten verkaufen zu können (alle zwei Jahre zu erneuern)
- Weinetiketten erstellen, die den Anforderungen des US-Marktes entsprechen, und das „Certificate of Label Approval“ erhalten. Der größte Unterschied zu französischen Etiketten? Auf jeder Flasche müssen der Name und die Adresse des US-Importeurs angegeben sein, zusätzlich zu allen für den Export vorgeschriebenen rechtlichen Angaben.
Wie Sie sicher bemerkt haben, unterliegt der Verkauf von französischem Wein in den USA zahlreichen Gesetzen und Vorschriften. Der Markt ist jedoch vielversprechend und bietet französischen Weinproduzenten nach wie vor eine große Chance.
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