Einen Weinkeller einrichten: Wie wählt man seine Lieferanten aus und stellt sein Sortiment zusammen?

Die Eröffnung eines Weingeschäfts ist oft das Ergebnis einer Leidenschaft für die Weinbaugebiete, die Winzer und die Beratung. Doch hinter diesem unternehmerischen Vorhaben verbirgt sich eine eher pragmatische Realität: Der Erfolg eines Weingeschäfts hängt maßgeblich von der Qualität seiner Warenbeschaffung ab. 

Welche Lieferanten sollte man wählen? Wie viele Cuvées sollten zu Beginn ins Sortiment aufnehmen? Soll man direkt mit den Weingütern, Agenten oder spezialisierte Plattformen ? Wie lässt sich ein Angebot entwickeln, das sich ausreichend von anderen abhebt, um eine lokale Kundschaft zu gewinnen und zu binden? 

In diesem Artikel geben wir einen Überblick über die bewährten Vorgehensweisen für den Aufbau eines stimmigen und rentablen Sortiments bei der Eröffnung eines Weingeschäfts. 

Warum ist die Beschaffung ein entscheidender Erfolgsfaktor für einen Weinhändler? 

Die Auswahl der Lieferanten wirkt sich unmittelbar auf mehrere wesentliche Kennzahlen aus: 

  • die Qualität des Angebots;
  • die Handelsspanne;
  • der Lagerumschlag;
  • die Differenzierung gegenüber der Konkurrenz;
  • die Kundenbindung. 

Im Gegensatz zu den großen Handelsketten kann sich der unabhängige Weinhändler nicht allein über den Preis behaupten. Sein Mehrwert beruht vor allem auf seinem Sortiment und seiner Fähigkeit, den Verbrauchern Weine näherzubringen, die sie nicht überall finden. 

Deshalb muss die Beschaffungsstrategie bereits in den ersten Phasen des Projekts durchdacht werden. 

Wie viele Artikel braucht man, um einen Weinkeller einzurichten? 

Eine der häufigsten Fragen von Projektinitiatoren betrifft die Anzahl der einzuholenden Referenzen. 

Die Antwort hängt natürlich von der Größe der Verkaufsstelle, dem verfügbaren Budget und der Marktpositionierung ab. 

In den meisten Fällen beginnt ein eigenständiger Weinkeller mit einer Menge von 100 und 300 Artikeln. 

Das Ziel besteht nicht darin, die größtmögliche Auswahl anzubieten, sondern ein Angebot zu schaffen,, das sowohl stimmig als auch attraktiv für den Verbraucher zu schaffen. 

Die wichtigsten Referenzen 

Bestimmte Regionen müssen in der Regel vertreten sein: 

Diese Bezeichnungen bilden oft die Grundlage der Auswahl. 

Die Cuvées, die den Unterschied ausmachen 

Um sich von der Masse abzuheben, ist es außerdem sinnvoll, Folgendes zu integrieren: 

  • aus Bio-Weine;
  • der vertraulichen Bereiche;
  • von jungen Winzer;
  • von aufstrebende Appellationen;
  • der Parzellenweine. 

Diese Referenzen tragen dazu bei, eine starke Identität aufzubauen. 

Schnelldrehende Produkte 

Bestimmte Cuvées müssen eher kommerziellen Gesichtspunkten entsprechen: 

  • Weine für den Alltag;
  • Geschenke für Unternehmen;
  • Weine zum Essen;
  • Kombinationen saisonale Speisen- und Weinkombinationen. 

Sie spielen eine entscheidende Rolle dabei, einen reibungslosen Lagerumschlag zu gewährleisten. 

Welche Anbieter gibt es? 

Dem Weinhändler stehen heute verschiedene Beschaffungsmöglichkeiten zur Verfügung. 

Direkt bei den Weingütern kaufen 

Dieser Ansatz wird von Fachleuten nach wie vor sehr geschätzt. 

Sie ermöglicht: 

  • um die Erzeuger zu treffen;
  • um die Cuvées besser kennenzulernen;
  • um eine dauerhafte Beziehung aufzubauen;
  • um den Kunden eine authentische Geschichte zu erzählen.

Dagegen beinhaltet sie oft: 

  • von zahlreiche Aufträge;
  • mehrere Dutzende von Lieferanten;
  • höhere höhere Logistikkosten;
  • ein umfangreiche administrative Nachbetreuung. 

Zusammenarbeit mit Handelsvertretern 

Die Mitarbeiter sind in der Regel in mehreren Bereichen tätig. 

Sie ermöglichen es, ausgewählte Erzeuger schnell kennenzulernen und gleichzeitig einen relativ direkten Kontakt zu den Weingütern aufrechtzuerhalten. 

Diese Lösung kann in der Phase des Aufbaus des Lieferantenportfolios interessant sein. 

Bei Händlern kaufen 

Die Handelshäuser bieten ein umfangreiches Sortiment und eine hohe Verfügbarkeit. 

Sie stellen oft eine verlässliche Lösung für bestimmte, sehr gefragte Herkunftsbezeichnungen dar. 

Allerdings sind ihre Referenzen manchmal sehr weit verbreitet, was die Unterscheidbarkeit einschränkt. 

Wenn Sie mehr über dieses Thema erfahren möchten, lesen Sie auch unseren Artikel über die Unterschiede zwischen Weinen von Winzerbetrieben und Weine von Weinhändlern. 

Eine spezialisierte Beschaffungsplattform nutzen 

Seit einigen Jahren verzeichnen B2B-Plattformen für Wein ein starkes Wachstum. 

Sie bieten Lösungen für verschiedene Probleme von Weinhandlungen: 

  • Vereinfachung des Einkaufs;
  • Bündelung von Bestellungen;
  • Zugang auf zahlreiche Bereiche;
  • Reduzierung des Zeitaufwands für das Beschaffung. 

Wie baut man ein stimmiges Sortiment auf? 

Ein guter Weinkeller lässt sich nicht allein an der Anzahl der Weine messen. 

Die Kohärenz des Angebots spielt eine entscheidende Rolle. 

Hier ist ein Beispiel für eine häufig anzutreffende Verteilung: 

Segment 

Anteil am Angebot 

Einstiegsmodell 

20% 

Kernsortiment 

60% 

Premium und Prestige 

20% 

 

Diese Struktur ermöglicht es, den unterschiedlichen Kundenbedürfnissen gerecht zu werden und gleichzeitig einen guten Lagerumschlag zu gewährleisten. 

Warum finden Weine von Winzerbetrieben bei den Verbrauchern so großen Anklang? 

Die Erwartungen der Verbraucher haben sich in den letzten Jahren grundlegend verändert. 

Kunden suchen mittlerweile nach: 

  • mehr Transparenz;
  • von identifizierte Erzeuger;
  • von umweltfreundliche Praktiken;
  • ein verantwortungsbewussterer Konsum. 

Die Weine von Winzerbetrieben entsprechen diesen neuen Erwartungen perfekt. 

Jede Flasche erzählt eine Geschichte: 

  • die einer Familie;
  • eines Terroirs;
  • eines Fachwissen;
  • einer Arbeitsphilosophie. 

Diese menschliche Komponente ist heute ein echter Wettbewerbsvorteil für Weinhändler. 

Fehler, die man beim Start vermeiden sollte 

Zu viele Weine in das Sortiment aufnehmen 

Ein zu breites Angebot erschwert dem Kunden die Auswahl und erhöht den Liquiditätsbedarf. 

Zu viel Lagerbestand binden 

Der Lagerbestand stellt oft den größten Investitionsposten dar. 

Ein Überbestand kann das finanzielle Gleichgewicht des Unternehmens schnell gefährden. 

Von einem einzigen Lieferanten abhängig sein 

Die Diversifizierung der Bezugsquellen trägt zur Sicherung des Geschäftsbetriebs bei. 

Verkostungen vernachlässigen 

Verkostungen sind ein hervorragendes Mittel, um die Weine zu ermitteln, die Ihre Kundschaft wirklich begeistern werden. 

Wie erleichtert „Les Grappes Pro Direct Vigneron“ die Gründung eines Weinguts? 

Unabhängigen Weinhändlern bietet die Plattform „Les Grappes Pro Direct Vigneron“ Zugang zu mehreren Tausend Weinen von französischen Winzerbetrieben. 

Dieser Ansatz bietet mehrere Vorteile: 

  • Entdeckung schnelle Erschließung neuer Gebiete;
  • Befehl vereinfacht;
  • Lieferung gemeinsam organisiert;
  • umfassend umfassende Abdeckung der französischen Weinbaugebiete;
  • Möglichkeit , neue Jahrgänge zu testen, ohne die Anzahl der Lieferanten zu erhöhen. 

Weinhändler können so ein Alleinstellungsmerkmal schaffen und gleichzeitig den Verwaltungsaufwand bei der Beschaffung begrenzen. 

FAQ: Einen Weinkeller einrichten 

Welches Budget sollte man für den Aufbau des ersten Lagerbestands einplanen? 

Je nach Projektumfang liegt das anfängliche Beschaffungsbudget in der Regel zwischen 20.000 € und 100.000 €. Dabei geht es vor allem darum, genügend Liquidität zu bewahren, um das Angebot nach der Eröffnung schnell anpassen zu können. 

Wie viele Lieferanten sollte man haben? 

Die meisten Weinhändler arbeiten im Laufe der Zeit mit mehreren Dutzend Erzeugern zusammen. Ziel ist es jedoch, den Verwaltungsaufwand zu begrenzen, indem ein Teil der Einkäufe zentralisiert wird. 

Sollte man direkt bei den Winzern kaufen? 

Der direkte Kontakt zu den Weingütern ist nach wie vor sehr interessant, erfordert jedoch viel Zeit. Viele Weinhändler kombinieren heute Direkteinkäufe mit spezialisierten Plattformen. 

Wie findet man originelle Weine? 

Fachmessen, Verkostungen und Plattformen für unabhängige Winzer sind hervorragende Möglichkeiten, neue Weine zu entdecken. 

Fazit 

Die Eröffnung eines Weingeschäfts beschränkt sich nicht nur auf die Auswahl guter Weine. Die Wahl der Lieferanten, der Aufbau des Sortiments und die Lagerverwaltung spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg des Vorhabens. 

Durch die Fokussierung auf Winzerweine, ein stimmiges Angebot und flexible Beschaffungslösungen können Weinhändler ein einzigartiges Sortiment aufbauen, ihre Kunden an sich binden und ihr Geschäft nachhaltig ausbauen.

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